| Ginge es
allein schon nach der Menge der versammelten Ideen, Antje Henke wäre sicher
ihre beste Kundin. Mehr als zehn Jahre träumte die Ex-Unternehmensberaterin
davon, das Kunsthandwerk "aus der folkloristischen Ecke" zu holen und
ihm ein neues, ansprechendes Forum zu geben. Als ihr Arbeitsplatz dann 2002 wegfusioniert
wurde, machte sie aus dem Traum endlich ein Konzept: Wer auch immer eine originelle
Idee aus dem Mode- oder Wohnbereich hat, kann sie in ihrem 60 Quadratmeter großen
Reich, pardon: Laden, in Kommission verkaufen. Deshalb sind auch 90 Prozent der
modischen Accessoires, die sie anbietet - Krawattenröcke, Metallhüte
von Angelika Klose oder Papierketten von Carola Fiedler - Unikate. Der Rest ist
limitiert, nirgendwo anders zu kriegen und immer ein attraktiver Eyecatcher: Wie
die bunten Tischsets, die ihre Renaissance als Strandtasche in zwei Größen
erst diesen Sommer erlebten und mit warm-würzigen Motiven auch noch regenfeuchte
Herbsttage überdauern dürften, dann allerdings zum stabilen Einkaufskorb
umfunktioniert. / kar |